Bei mir ging es mit 12 los. Alle um mich herum hatten mittlerweile eins und natürlich wollte ich dann auch dazu gehören, wenn alle damit auf dem Schulhof rumlaufen, Spiele wie Snake oder Space Impact spielen und SMS auf ihren schwarz- weißen Bildschirmen schreiben. Also kauften mir meine Eltern auch ein Handy. (Damals nannte man es ja noch "Handy", aber ich gehöre auch heute noch zu denjenigen die "Handy" sagen, weil ich den Begriff "Smartphone" albern finde.) Ich war jedenfalls so unglaublich stolz und konnte gar nicht genug davon kriegen - doch wovon konnte ich eigentlich nicht genug kriegen? Es gab 3 Spiele, man konnte telefonieren und SMS schreiben, was damals noch 29 Cent pro SMS kostete. Die Preise für das Telefonieren waren eh der reinste Wucher. Doch das war damals noch egal, es hat wirklich keinen interessiert und man hat es trotzdem voll ausgereizt. Ich musste, glaube ich, jeden Monat mit Prepaid das Guthaben aufladen (wie hab ich das eigentlich mit 12 gemacht?). Man wollte halt dazu gehören. Das gute Ding hat auch so 3 Jahre lang alles mitgemacht. Ja, ich habe es geschafft ein Nokia 3310 zu schrotten - für die, die jetzt an die ganzen Bilder auf 9GAG oder ähnlichen Seiten denken mussten.
Danach hatte ich ein Samsung - sogar schon mit farbigem Display und einer Kamera die so gute Bilder gemacht hat, dass man erahnen konnte was darauf wohl sein könnte. Man konnte es mit einem Knopf automatisch aufklappen lassen. Das war der Wahnsinn! Es hat aber nicht so lange durchgehalten.
Dann hatte ich eins der Neusten, die es gerade auf dem Markt gab - das Sony Ericsson mit Cyber Shot. Das habe ich auch noch immer, es funktioniert auch noch. Ich nehme das dann meistens mit zu Festivals. Da dann aber das Internet für's Handy kam, samt Whatsapp und Facebook, habe ich es irgendwann gegen ein Nokia Xpress Music 5800 eingetauscht. Da hat man dann das Phänomen zu spüren bekommen. Je moderner und toller die Handys sind, desto kürzer ist ihre Lebenszeit. Der Akku hat nach wenigen Monaten angefangen zu schwächeln und dazu kamen dann immer mehr Macken. Zu der Zeit, als ich noch das Nokia hatte, liefen andere schon mit den iPhones, Galaxys, Xperias und Lumias rum. Ich hab es aber einfach nicht eingesehen schon nach einem Jahr ein neues Handy, pardon "Smartphone", zu kaufen und quälte mich weiterhin mit dem Nokia rum, welches im Vergleich zu den neueren Modellen "nichts" kann. Dies habe ich bis zum Dezember 2012 mitgemacht. Dann hat mein wunderbarer S. mich erlöst und mir das Galaxy SII geschenkt. Am Anfang war alles viel zu neu für mich und ich kam einfach gar nicht klar. Nach 3 Monaten ging dies aber durch einen Unfall (Geräusper an S.) kaputt und ich musste wieder ein altes Handy nehmen bis es repariert wurde. Ich hatte es nur für 4 Wochen nicht und bin schon fast durchgedreht. Da sieht man mal die Smartphonegeneration über die immer geflucht wird, doch es ist einfach so. Wir sind heutzutage so an unsere Smartphones gebunden, dass wir beeindruckt sind, wenn jemand freiwillig ein Nokia 3310 benutzt. Bereits die zwölfjährigen Kinder laufen mittlerweile schon mit ihren iPhones vor der Nase rum, was ich dann wirklich nicht verstehen kann. Wirklich beschweren kann ich mich allerdings ja nicht. Ich gehöre doch genauso dazu, ich bin doch auch ohne mein "Smartphone" durchgedreht, weil mittlerweile alles damit geregelt wird.
Schließlich habe ich es dann am Montag wieder bekommen und freue mich noch immer darüber - bis es in wahrscheinlich 1 bis 2 Jahren den Geist aufgibt, da diese Handys so entwickelt werden, dass der Verbraucher gezwungen wird circa alle 3 Jahre ein Neues zu kaufen. Ich kaufe meine Handys übrigens noch wirklich und bekomme sie nicht zu einem Vertrag dazu. Ich habe noch immer Prepaid und komme gut damit klar!
Mir ist bewusst, dass dieser Text ein einziger Widerspruch ist, doch was kann man schon dagegen tun? Kein Smartphone haben und somit zu vielen Leuten eventuell sogar den Kontakt verlieren? So traurig es ist, immer diese Smartphonekids.